POM allgemeine Informationen
(Quelle: Wikipedia)
Polyoxymethylen (Kurzzeichen POM, auch Polyacetal oder Polyformaldehyd
genannt) ist ein teilkristalliner thermoplastischer Kunststoff. POM ist
seit 1956 auf dem Markt und wird wegen seiner hohen Steifigkeit,
niedrigen Reibwerte und ausgezeichneten Dimensionsstabilität als
technischer Kunststoff, besonders für Präzisionsteile, eingesetzt.
Chemisch hat das (Homo)Polymer die Struktur -(CH2-O-)n und
unterscheidet sich im Wesentlichen durch den Polymerisationsgrad von
Paraformaldehyd. Das Homopolymer wird auch als POM-H bezeichnet. Zur
Stabilisierung, um bei Säureeinfluß oder thermischer Belastung die
Depolymerisation zu verhindern, werden die Endgruppen durch Veretherung
oder Veresterung verschlossen. Das Homopolymer wird meist durch direkte
Polymerisation von Formaldehyd erhalten. Eine andere Möglichkeit zur
Lösung dieses Problems ist die Herstellung von Copolymeren, POM-R mit
der Struktur -[(CH2-O)n-(CH2-CH2-O-)m], welches durch Copolymerisation
von Trioxan mit Dioxolan erhalten wird. Hier werden zur Stabilisierung
die instabilen Endgruppen durch Hydrolyse zu Formaldehyd abgebaut.
Eigenschaften
POM zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Härte und Steifigkeit in einem
weiten Temperaturbereich aus. Es behält seine hohe Zähigkeit bis -40°C,
weist eine hohe Abriebfestigkeit, einen niedrigen Reibungskoeffizient,
hohe Wärmeformbeständigkeit, gute elektrische und dielektrische
Eigenschaften, sowie eine geringe Wasseraufnahme auf.
Markennamen
- Ultraform (BASF)
- Delrin (DuPont)
- Hostaform (Ticona/Celanese)
- Celcon (Ticona/Celanese)
- Anjaform (J&A Plastics)
Herstellung
Die Herstellung von POM aus Formaldehyd erfolgt über einen Zwischenschritt aus Trioxan, dem Trimer von Formaldehyd.
Verarbeitung
Die Weiterverarbeitung kann sowohl über Spritzguss als auch Extrusion
erfolgen. Auch durch Hohlkörperblasen kann das Material verarbeitet
werden.
Verwendung
- Maschinenbau: Zahnräder, Gleit- und Führungselemente,
Gehäuseteile, Federelemente, Ketten, Schrauben, Muttern, Lüfterräder,
Pumpenteile, Ventilkörper.
- Elektrotechnik: Isolatoren, Spulenkörper, Steckverbinder, Teile für elektronische Geräte, z. B. Fernseher, Telefone etc.
- Fahrzeugbau: Schalthebel für Licht, Blinker. Gelenkschalen.
- Möbelbau: Beschläge, Schlösser, Griffe, Scharniere oder auch Gardinenrollen.
- Bauwesen: Konstruktiver Glasbau - Hülsen für Punkthalter Verpackung: Aerosoldosen, Fahrzeugtanks, Gasampullen.
- Bekleidung: Reißverschlüsse.
- Musik: Plektren, seit neuestem auch für Blasinstrumente, insbesondere "irische" Querflöten und Tin Whistles.
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